16. März 2017

Das alte Apple LED Cinema Display 27″ am neuen MacBook Pro 2016 nutzen? Funktioniert!

Von ToKo 1 Kommentar

Weit mehr als eine Woche saß ich nun vor der Frage, wie und ob sich das alte Apple LED Cinema Display (in meinem Fall das Gerät MC007ZM/A, 27 Zoll) mit Apples neuestem MacBook Pro 2016 verbinden und damit nutzen lässt. Die Antwort ist: JA! Wie, verrate ich euch in diesem Beitrag.

Vom Apple Store wurde ich in den letzten Tagen auf die Hotline verwiesen und bekam im Grunde überall etwas anderes zu hören. Tenor war dennoch bis heute: Ja, das Apple Cinema Display lässt sich mit Apples MacBook Pro der neuesten 2016er Generation verbinden, nötig sei lediglich Apples eigener Adapter von Thunderbolt 2 zu Thunderbolt 3 (Thunderbolt zu USB-C). Die Verbindung zum LED Cinema Display kam jedoch weder mit diesem, noch mit verschiedenen anderen Adaptern, die sich überall im Netz finden lassen, zustande.

Erneute Nachfrage heute also vor Ort im Apple Store. Dort habe ich noch einmal konkret darauf hingewiesen, dass ich das ältere Modell des LED Cinema Displays habe, nicht das äußerlich nahezu identische Thunderbolt Display (damit ist eine Verbindung ganz regulär über den Apple-eigenen Adapter möglich, wie mir Sven zuvor schon mehrfach bestätigt und auch fotografiert hat). Prompte und klare Antwort: Nein, eine Verbindung dieses Geräts sei mit den neuen MacBooks nicht mehr möglich. Lediglich die Thunderbolt Displays ließen sich damit verbinden.

Apple hat seine Display-Reihe bekanntermaßen leider eingestellt und setzt stattdessen auf Drittanbieter. LG in diesem Fall. Da ich mir ohnehin den neuen LG Ultrafine 5K Monitor (der – wie ich die letzten Tage schmerzlich rausfinden musste – vermutlich die einzig brauchbare Alternative im Bereich 27 Zoll ist) nochmal vor Ort anschauen bzw. mich im Zuge dessen viel eher über alternative Geräte von Drittanbietern informieren wollte, kam ich mit einem weiteren Apple Mitarbeiter ins Gespräch, der mir noch einmal bestätigte, dass es keine ihm bekannte Möglichkeit gibt, das LED Cinema Display mit dem neuen MacBook Pro 2016 zu nutzen. Übrigens: Wer genau liest, findet einen entsprechenden Hinweis sogar auf der Seite von Apple direkt.

Note that although it uses a Mini DisplayPort connector, the Thunderbolt 3 (USB-C) to Thunderbolt 2 Adapter doesn’t support connections to Mini DisplayPort displays.

Soll eigentlich gar nicht funktionieren, geht mit einem kleinen Update aber doch: Die Verbindung zwischen MacBook Pro 2016 und Apple LED Cinema Display

Soll eigentlich gar nicht funktionieren, geht mit einem kleinen Update aber doch: Die Verbindung zwischen MacBook Pro 2016 und Apple LED Cinema Display

Wie bekam ich den Monitor nun also doch noch zum Laufen?

Bei Amazon habe ich in den vergangenen Tagen zum Testen einige weitere Adapter bestellt, darunter auch einer, der versprach, dass sich damit auch das alte LED Cinema Display mit dem neuen MacBook Pro nutzen lässt: USB 3.1 Typ C auf Mini DisplayPort – um es vorweg zu nehmen: Genau das ist der Adapter, mit dem es funktioniert.

Trotz mehrfacher Versuche kam allerdings keine Verbindung zustande. Der Grund hierfür, wie mir dann erst sehr spät auffiel: Das kleine Kabel benötigt tatsächlich ein Firmware Update. Der Verkäufer hatte mir das in einer automatischen Nachricht unmittelbar nach dem Kauf auch mitgeteilt, diese Nachrichten landen bei mir aber ohnehin direkt ungelesen in der Ablage, da es sich üblicherweise um zu vernachlässigende Bitten nach „Bewerten Sie doch gerne noch Ihren Kauf“ handelt.

In diesem Fall fand ich in besagter Nachricht den Link zum Download der neuen Firmware und eine kurze Information, wie das Update vorzunehmen ist. Das einzige Problem dabei: Das Update ist nur über Windows möglich.

Schnelle Abhilfe schafft hier z.B. die Installation einer alten Windows Version, die man von ganz früher sowieso noch rumliegen hat, oder aber einer Testversion einer der neueren Versionen (in meinem Fall Windows 10) über eine virtuelle Maschine. Dafür habe ich Parallels Desktop 12 für den Mac genutzt. Den Download des Windows-Images in der Testversion schlägt Parallels automatisch vor, die Installation verlief problemlos. Zum Entpacken der für das Firmware-Update benötigten Dateien benötigt man darüber hinaus .NET Framework 3.5, was sich ebenso schnell und kostenlos installieren lässt. Die zum Firmware-Update mitgelieferte Anleitung erklärt dann noch einmal Schritt für Schritt den ganzen Prozess des Updates.

Bei mir wurde der Adapter anfangs nicht erkannt (Device Discovery failed). Ich habe ihn also nochmal vom MacBook getrennt, vor dem erneuten Anschließen in den Einstellungen von Parallels bei den USB-Verbindungseinstellungen von „USB & Bluetooth“ in der Registerkarte „Geräte“ die Option „Bei Erkennung eines neuen externen Geräts: Mit meinem Mac verbinden“ aktiviert und den Adapter dann im Anschluss wieder angeschlossen. Daraufhin wurde er direkt auch in Windows erkannt, sodass ich das Update der Firmware durchführen konnte.

Das Ende vom Lied: Noch einmal das MacBook komplett neu starten, das LED Cinema Display an den Adapter anschließen und es läuft einwandfrei! Auch die drei USB-Ports auf der Rückseite des Cinema Displays lassen sich mit dem entsprechenden Adapter von Apple (alternativ gibt es hier auch einen sehr brauchbaren USB auf USB-C-Adapter von Anker) mit dem MacBook verbinden und nutzen. Der MagSafe-Anschluss wird überflüssig, die Ladung über USB-C funktioniert natürlich auch nicht. Aber damit lässt es sich doch gut leben.

Die USB-Ports vom LED Cinema Display lassen sich mit dem

Die USB-Ports vom LED Cinema Display lassen sich mit dem entsprechenden Adapter von Apple nutzen. 

…oder aber auch noch nicht ganz das Ende vom Lied: Mit dem Umstieg von meinem alten MacBook Air Mid 2013 auf das neue MacBook Pro 2016 habe ich auch erstmals mit einem Retina-Display gearbeitet. Auch wenn ich das neue MacBook erst seit wenigen Tagen habe, könnte ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Gerade mit Blick auf die Qualität des Displays. Farben, Abbildung und Schärfe sind in jeder Hinsicht herausragend.

Schaue ich mir dagegen das jetzt zum Laufen bekommene Bild auf dem LED Cinema Display an, wirkt die Darstellung im direkten Vergleich zum MacBook krieselig, vor allem aber wirken die Farben auf dem Cinema Display enorm flau, entsättigt, blass und vor allem nicht farbecht. Über letzteres lässt sich – das ist mir wohl bewusst – nicht zuletzt mit Blick auf die Kalibrierung der Geräte streiten. Wenn ich allerdings das zum Vergleiche nehme, was mir dagegen mein neues MacBook bietet, ist das Cinema Display auf Dauer leider keine Option mehr.

Das ist zweifelsohne Jammern auf höherem Niveau, gerade weil ich mit diesem Gerät zuvor jahrelang gearbeitet habe (ja, das geht. Auch als Fotograf). Wenn man aber einmal die Unterschiede und die zur Verfügung stehenden Alternativen gesehen hat, denkt man doch sehr schnell über einen Wechsel nach. Während ich vor einigen Tagen noch um jeden Preis das externe Display zum laufen bekommen wollte, bin ich mittlerweile froh, es tatsächlich getestet zu haben, muss aber einfach feststellen, dass es für gewisse Arbeiten (und ich rede hier tatsächlich vom Arbeiten, nicht vom Surfen oder diversen Office-Anwendungen) sehr weit weg von „State of the art“ ist.

Weil ich mich zwischenzeitlich damit abgefunden hatte, dass ich mein LED Cinema Display wohl nicht mehr mit dem neuen MacBook Pro 2016 verwenden kann, hatte ich mittlerweile schon verschiedene andere Monitore ausprobiert. Dabei war der (in mehr oder weniger akzeptabler Preisklasse) von Apple beworbene LG Ultrafine 4K von Qualität, Schärfe, Farben und Darstellung ähnlich herausragend, wie das Display des neuen MacBooks, mit gerade einmal 21,5 Zoll aber leider auch keine Option.

Ganz Anders sieht es da schon aus beim LG 27UD88-W. Mit 27 Zoll und rund 650€ ein schönes 4K-Gerät mit ordentlicher Darstellung. Was mich stört – auch wenn ich damit offenbar alleine dastehe: Das matte Display. Ich war mit dem LED Cinema Display über Jahre ein glänzendes Display gewohnt und möchte darauf aktuell nicht verzichten. Auch und gerade weil ich eben das beim neuen MacBook Pro für mich persönlich enorm positiv empfinde.

Angeschaut habe ich mir außerdem den Acer H277HU, der für knapp über 400€ ein durchaus akzeptables Gerät (matt) wäre, aber qualitativ definitiv nicht mit den beiden anderen und schon gar nicht mit der Abbildung auf dem MacBook selbst mithalten kann.

1 Kommentar
  1. ToKo 16. März 2017

    Und so brachte mich Apple nach über einem Jahr Pause mal wieder zum Bloggen…

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